● Wissen · 10 Beispiel

Batteriepass Beispiel: so sieht er aus.

Abstrakt bleibt der Batteriepass schwer greifbar - deshalb zeigt dieser Leitfaden einen vollständig ausgefüllten Muster-Pass für einen fiktiven 10-kWh-Heimspeicher. Sie sehen konkret, welche Inhalte ein digitaler Batteriepass hat, wie die drei Zugriffsebenen aufgeteilt sind und was der QR-Code auflöst.

Lesezeit ca. 6 min · Aktualisiert: · Beispieldaten, keine Rechtsberatung
~90
Datenpunkte
Je Modell nach Anhang XIII
3
Zugriffsebenen
Öffentlich · Interesse · Behörde
1 QR
pro Einheit
GS1 Digital Link
10 kWh
Muster-Speicher
LFP-Heimspeicher, fiktiv
In Kürze
  • Ein Batteriepass sieht aus wie eine Webseite hinter einem QR-Code. Gescannt zeigt er allgemeine Angaben, den CO₂-Fußabdruck und Rezyklatanteile - der Rest ist nach Berechtigung gestaffelt.
  • Der Inhalt umfasst rund 90 Datenpunkte in sechs Blöcken: Identifikation, Chemie, CO₂-Fußabdruck, Rezyklatanteile, Leistung/Lebensdauer und Sorgfalts-/Konformitätsnachweise.
  • Drei Zugriffsebenen: öffentlich (jeder), berechtigtes Interesse (Recycler, Refurbisher) und Marktaufsicht (Behörden mit Vollzugriff).
  • Das Beispiel unten ist ein Muster mit fiktiven Werten für einen 10-kWh-LFP-Heimspeicher - realistisch, aber nicht rechtsverbindlich.
01 · Muster-Pass

Beispiel-Batteriepass: 10-kWh-Heimspeicher

So könnte ein ausgefüllter Batteriepass für einen stationären Speicher aussehen. Die Spalte Ebene zeigt, wer das jeweilige Feld sehen darf. Alle Werte sind Beispieldaten:

DatenfeldBeispielwertEbene
Modell-IDBPW-DEMO-HS10-LFPÖffentlich
HerstellerBeispiel Energy GmbHÖffentlich
KategorieIndustriebatterie · stationärer Speicher (> 2 kWh)Öffentlich
ChemieLFP - Lithium-EisenphosphatÖffentlich
Nennkapazität10,2 kWhÖffentlich
Nennspannung51,2 VÖffentlich
Gewicht92 kgÖffentlich
CO₂-Fußabdruck68 kg CO₂e / kWhÖffentlich
Rezyklatanteil Lithium6 %Öffentlich
Rezyklatanteil Kobalt0 % (LFP enthält kein Kobalt)Öffentlich
Materialzusammensetzung (Detail)Kathode, Anode, Elektrolyt, Gehäuse - StofflisteBerechtigtes Interesse
DemontagehinweiseZerlegereihenfolge, Werkzeug, GefahrenhinweiseBerechtigtes Interesse
State of Health (SoH)100 % bei Auslieferung · Historie sichtbarBerechtigtes Interesse
Sorgfaltspflicht-BerichtLieferketten-Nachweis (Lithium, Nickel, Graphit)Marktaufsicht
KonformitätserklärungCE · EU 2023/1542 · DIN DKE SPEC 99100Marktaufsicht

Die vollständige Liste aller Pflichtfelder aus Anhang XIII erklärt der Leitfaden Welche Daten kommen in den Batteriepass?

02 · Zugriffsebenen

Wer im Beispiel-Pass was sieht

Ein Batteriepass ist keine einzelne öffentliche Seite, sondern ein Datensatz mit drei Sichtbarkeiten. Das schützt Betriebsgeheimnisse und gibt trotzdem jedem die relevanten Grunddaten:

A
Öffentlich · für jeden scanbar

Chemie, Kapazität, CO₂-Fußabdruck, Rezyklatanteile, Sicherheits- und Rücknahmehinweise. Diese Ebene sieht jeder, der den QR-Code scannt - Kunde, Installateur, Feuerwehr.

B
Berechtigtes Interesse · Recycler & Refurbisher

Detaillierte Materialzusammensetzung, Demontagehinweise und Zustandsparameter (State of Health). Zugang nur für registrierte Wirtschaftsakteure mit nachgewiesenem Interesse.

C
Marktaufsicht · Behörden

Der vollständige Datensatz inklusive Sorgfaltspflicht-Bericht und Konformitätsnachweisen. Ausschließlich für Marktaufsichtsbehörden und die EU-Kommission.

03 · QR-Code

Was der QR-Code im Beispiel auflöst

Auf der Batterie sitzt ein QR-Code als GS1 Digital Link. Er kodiert Produkt- und Seriennummer in der URL und führt genau zu diesem Pass - pro Einheit ein eigener Code:

Beispiel-URL hinter dem QR-Code

https://id.batteriepasswerk.com/01/04012345678905/21/HS10-000842

01 steht für die Produktnummer (GTIN), 21 für die eindeutige Seriennummer der Einheit. Zwei Batterien desselben Modells teilen die Modelldaten, haben aber unterschiedliche Seriennummern - und damit unterschiedliche Pässe.

Alle Regeln zu Gestaltung, Fristen und Scan-Zielen erklärt der Leitfaden QR-Code auf Batterien ab 2027.

04 · FAQ

Häufige Fragen zum Batteriepass-Beispiel

Wie sieht ein Batteriepass aus?
Wie eine schlanke Webseite hinter einem QR-Code. Wer den Code auf der Batterie scannt, landet auf einer Produktseite mit allgemeinen Angaben (Hersteller, Chemie, Kapazität), dem CO₂-Fußabdruck, den Rezyklatanteilen und Hinweisen zu Sicherheit und Rücknahme. Weiterführende Daten sind hinter Zugriffsebenen geschützt und nur für berechtigte Stellen wie Recycler oder die Marktaufsicht sichtbar. Optisch ist der Pass frei gestaltbar - die Datenstruktur folgt aber Anhang XIII der Verordnung 2023/1542 und der DIN DKE SPEC 99100.
Welche Inhalte hat ein Batteriepass?
Rund 90 Datenpunkte je Modell, gruppiert in sechs Blöcke: allgemeine Identifikation (Modell, Hersteller, Kategorie), Materialzusammensetzung und Chemie, CO₂-Fußabdruck, Rezyklatanteile kritischer Rohstoffe, Leistung und Lebensdauer (u. a. State of Health) sowie Nachweise zu Sorgfaltspflichten und Konformität. Dazu kommt pro Einheit eine eindeutige Seriennummer mit QR-Code. Welche Felder genau gefordert sind, zeigt der Leitfaden zu den Batteriepass-Daten.
Gibt es einen Beispiel-Batteriepass zum Ansehen?
Ja - dieser Artikel zeigt einen vollständig ausgefüllten Muster-Batteriepass für einen fiktiven 10-kWh-Heimspeicher mit LFP-Chemie. Die Werte sind Beispieldaten und nicht rechtsverbindlich, illustrieren aber realistisch, welche Angaben ein echter Pass enthält und wie sie über die drei Zugriffsebenen verteilt sind.
Was sieht die Öffentlichkeit im Batteriepass, was nicht?
Die Verordnung kennt drei Zugriffsebenen. Öffentlich sichtbar sind Grunddaten wie Chemie, Kapazität, CO₂-Fußabdruck, Rezyklatanteile und Sicherheitshinweise. Nur für Personen mit berechtigtem Interesse (z. B. Recycler, Refurbisher) sind detaillierte Zusammensetzung, Demontagehinweise und Zustandsparameter zugänglich. Die Marktaufsichtsbehörden sehen den vollständigen Datensatz inklusive Konformitätsnachweisen.
Ist der Batteriepass ein Dokument oder eine Webseite?
Technisch ist er ein strukturierter Datensatz, der über einen QR-Code oder Datenträger auf der Batterie erreichbar ist und in einem EU-weiten System registriert wird. Für Menschen erscheint er als Webseite, für Maschinen als maschinenlesbarer Datensatz (z. B. JSON nach DIN DKE SPEC 99100). Ein statisches PDF oder eine Excel-Tabelle erfüllen die Anforderungen nicht - der Pass muss pro Einheit eindeutig, dauerhaft auflösbar und über den Lebenszyklus verfügbar sein.
05 · Quellen

Quellen & Weiterlesen

Vom Beispiel zum echten Pass

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