Batteriepass ab 2027: ab wann die Pflicht gilt.
Ab dem 18. Februar 2027 ist der digitale Batteriepass Pflicht - für EV-Batterien, LMT-Batterien und Industriebatterien über 2 kWh. Dieser Leitfaden beantwortet die drei Kernfragen: ab wann genau die Pflicht greift, für wen sie gilt und welche Fristen der EU-Batterieverordnung schon vorher relevant sind.
- Ab wann? Ab dem 18. Februar 2027. Ab diesem Tag dürfen betroffene Batterien nur noch mit digitalem Batteriepass und QR-Code in der EU in Verkehr gebracht werden (Art. 77, EU 2023/1542).
- Für wen? EV-Batterien, LMT-Batterien (E-Bike, E-Scooter) und Industriebatterien über 2 kWh - inklusive Heim- und Großspeicher. Gerätebatterien und Starterbatterien sind ausgenommen.
- Bestandsware bleibt unberührt: Die Pflicht gilt für Batterien, die ab dem Stichtag in Verkehr gebracht werden - nicht rückwirkend.
- 2027 ist nur der Schlusspunkt. CO₂-Deklaration (2025) und Sorgfaltspflichten (2025) laufen bereits - und die Lieferkettendaten für den Pass brauchen Monate Vorlauf.
Alle Fristen der EU-Batterieverordnung im Überblick
Die Verordnung tritt nicht an einem Tag in Kraft, sondern gestaffelt. Der Batteriepass am 18. Februar 2027 ist der bekannteste Stichtag - aber nicht der erste:
Die EU-Batterieverordnung 2023/1542 tritt in Kraft und ersetzt die alte Batterierichtlinie 2006/66/EG - als Verordnung gilt sie unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Der Großteil der Vorschriften gilt: CE-Konformität, Kennzeichnungsgrundlagen und die Systematik der Batteriekategorien greifen ab jetzt.
Traktionsbatterien brauchen eine CO₂-Fußabdruck-Deklaration - die erste Frist, die echte Lieferkettendaten erfordert. Weitere Kategorien folgen gestaffelt.
Größere Unternehmen müssen Sorgfaltspflichten für Rohstoffe wie Kobalt, Lithium, Nickel und Naturgraphit nachweisen - auditierte Prozesse statt Absichtserklärungen.
Der Stichtag: Jede EV-, LMT- und Industriebatterie über 2 kWh braucht beim Inverkehrbringen einen digitalen Batteriepass, erreichbar über einen QR-Code auf der Batterie.
Für Kobalt, Lithium, Nickel und Blei muss der Anteil aus Recyclingmaterial dokumentiert werden - verbindliche Mindestquoten folgen ab 2031.
Den vollständigen Hintergrund zur Verordnung erklärt der Leitfaden EU-Batterieverordnung 2023/1542.
Welche Batterien brauchen ab 2027 einen Pass?
Die Pass-Pflicht hängt an der Batteriekategorie - nicht an der Größe des Unternehmens. Auch ein Mittelständler mit einem einzigen Speichermodell ist betroffen:
| Kategorie | Typische Produkte | Pass-Pflicht ab 2027 |
|---|---|---|
| EV- / Traktionsbatterien | E-Auto, E-Transporter, Hybrid | Pass + QR ab 18.02.2027 |
| LMT-Batterien | E-Bike, E-Scooter, Lastenrad | Pass + QR ab 18.02.2027 |
| Industriebatterien > 2 kWh | Heimspeicher, BESS, Stapler, USV | Pass + QR ab 18.02.2027 |
| Gerätebatterien | Werkzeug, Laptop, Haushalt | Kein Pass - aber Kennzeichnung & Rücknahme |
| SLI- / Starterbatterien | 12-V-Starterbatterie im Pkw | Kein Pass - aber CO₂- & Rezyklat-Pflichten |
Unsicher, in welche Kategorie Ihre Batterie fällt? Der Pflicht-Check klärt das in 90 Sekunden - die Kategorien im Detail zeigt der Leitfaden Batterie-Modelle & Anwendungsklassen.
„In Verkehr bringen": Was der Stichtag konkret bedeutet
Die Pflicht knüpft nicht an das Produktionsdatum, sondern an das Inverkehrbringen - die erstmalige Bereitstellung der Batterie auf dem EU-Markt. Daraus folgen drei praktische Konsequenzen:
Batterien, die vor dem 18.02.2027 in Verkehr gebracht wurden, brauchen nachträglich keinen Pass - auch wenn sie danach weiterverkauft werden.
Was am Stichtag noch nicht auf dem EU-Markt bereitgestellt wurde, braucht den Pass - egal, wann es produziert wurde. Volle Lager schützen nicht vor der Pflicht.
Wer Batterien aus Drittländern in die EU einführt, bringt sie in Verkehr - der Importeur muss sicherstellen, dass ein konformer Pass existiert.
Verantwortlichkeit nach Rolle
Hersteller erstellen den Pass, Importeure prüfen ihn, Händler dürfen nur konforme Ware anbieten (Kapitel VI der Verordnung). Zulieferer sind nicht passpflichtig, liefern aber die Daten zu - wie das praktisch läuft, zeigt die Seite für Zulieferer.
Batteriepass-ready bis 2027: der realistische Fahrplan
Der Pass selbst ist schnell erzeugt - die Daten sind der Engpass. Wer die Lieferkettenwerte erst kurz vor dem Stichtag anfragt, hat verloren. So sieht der Fahrplan aus, mit dem Hersteller rechtzeitig fertig werden:
Welche Ihrer Modelle fallen unter die Pass-Pflicht? Kategorie, Kapazität und Marktzeitpunkt entscheiden - der Pflicht-Check beantwortet das in 90 Sekunden.
Anhang XIII verlangt rund 90 Datenpunkte je Modell - von der Chemie bis zum CO₂-Fußabdruck. Prüfen Sie früh, welche Werte im Haus fehlen und bei welchen Lieferanten sie liegen.
Lieferkettendaten sind der Engpass mit den längsten Antwortzeiten. Wer erst Ende 2026 anfragt, wartet, während der Stichtag näher rückt.
Ein Pass pro Einheit, nicht pro Modell - mit eindeutigem GS1-Digital-Link-QR. Starten Sie mit einem Pilotmodell und skalieren Sie dann auf den gesamten Katalog.
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Software-Kriterien finden Sie im Leitfaden Batteriepass erstellen; was ohne Pass droht, rechnet der Artikel Risiken bei Nicht-Compliance durch.
Häufige Fragen zur Batteriepass-Pflicht 2027
Ab wann ist der Batteriepass Pflicht?
Für welche Batterien gilt die Batteriepass-Pflicht?
Gilt der Batteriepass auch für Batterien, die vor 2027 verkauft wurden?
Ist der Batteriepass heute schon Pflicht?
Wer muss den Batteriepass erstellen?
Was passiert, wenn ich ab 2027 keinen Batteriepass habe?
Wie lange muss der Batteriepass verfügbar bleiben?
Quellen & Weiterlesen
Vom ersten Modell zum EU-konformen Batteriepass, bevor der Stichtag drückt.
Batteriepasswerk erzeugt EU-konforme Batteriepässe pro Einheit - mit GS1-Digital-Link-QR, nach DIN DKE SPEC 99100, gehostet in der EU. Modell anlegen, Lieferanten einladen, serialisieren: fertig vor 2027.