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Batteriepass-Software: die Pflicht ab 2027 mit System erfüllen.

Ab dem 18. Februar 2027 ist der digitale Batteriepass für Hersteller Pflicht - vorgeschrieben durch die EU-Batterieverordnung 2023/1542. Dieser Leitfaden zeigt, was eine Batteriepass-Software leisten muss, wie der digitale Produktpass (DPP) zusammenhängt und nach welchen Kriterien Sie eine Lösung auswählen, mit der die Umsetzung rechtzeitig gelingt.

Lesezeit ca. 9 min · Aktualisiert: · Keine Rechtsberatung
18.02.27
Stichtag
Batteriepass + QR-Code Pflicht
~90
Datenpunkte
Pflichtfelder aus Anhang XIII
1 / Stück
Pass pro Einheit
Nicht pro Modell
3
Zugriffsebenen
Öffentlich · Interesse · Behörden
In Kürze
  • Ab dem 18. Februar 2027 dürfen EV-, LMT- und Industriebatterien über 2 kWh nur noch mit digitalem Batteriepass in der EU verkauft werden. Verantwortlich ist der Hersteller bzw. Importeur (Art. 77, EU 2023/1542).
  • Software ist der praktikable Weg: ~90 Pflichtdatenpunkte, ein Pass pro Einheit, GS1-QR und drei Zugriffsebenen sind mit Excel und QR-Generatoren nicht konform abbildbar.
  • Der Batteriepass ist der erste digitale Produktpass (DPP) - weitere Produktgruppen folgen über die Ökodesign-Verordnung (ESPR). Wer jetzt Prozesse aufbaut, ist für den DPP-Rollout vorbereitet.
  • Bei der Auswahl zählen acht Kriterien - von der Konformität mit DIN DKE SPEC 99100 über Massen-Serialisierung bis zu EU-Hosting und Datenexport ohne Lock-in.
01 · Pflicht

EU-Batterieverordnung: ab wann die Batteriepass-Pflicht gilt

Die EU-Batterieverordnung 2023/1542 schreibt vor: Ab dem 18. Februar 2027 braucht jede EV-Batterie, jede LMT-Batterie (E-Bike, E-Scooter) und jede Industriebatterie über 2 kWh beim Inverkehrbringen einen digitalen Batteriepass - erreichbar über einen QR-Code auf der Batterie. Die Pflicht trifft Hersteller und Importeure, unabhängig von der Unternehmensgröße:

A
Kein Pass = kein Marktzugang

Ohne konformen Pass darf die Batterie ab dem Stichtag nicht in Verkehr gebracht werden - praktisch ein Verkaufsverbot in der gesamten EU.

B
Pro Einheit, nicht pro Modell

10.000 verkaufte Speicher eines Typs bedeuten 10.000 Pässe mit 10.000 eindeutigen QR-Codes - Serialisierung ist der Kern der Aufgabe.

C
Die Daten sind der Engpass

CO₂-Fußabdruck, Rezyklatanteile und Sorgfaltspflicht-Nachweise liegen bei Lieferanten - und brauchen Monate Vorlauf, nicht Wochen.

Alle Fristen und Betroffenen im Detail erklärt der Leitfaden Batteriepass Pflicht ab 2027; den rechtlichen Rahmen die Übersicht zur EU-Batterieverordnung 2023/1542.

02 · Anforderungen

Was eine Batteriepass-Software leisten muss

Nach außen ist der Batteriepass eine Webseite hinter einem QR-Code - die Konformität steckt darunter. Sechs Anforderungen ergeben sich direkt aus der Verordnung, und genau an ihnen scheitern Eigenbau-Ansätze mit Excel und statischen QR-Generatoren:

1
Datenmodell nach Anhang XIII

Rund 90 Pflichtdatenpunkte je Modell - Chemie, Kapazität, CO₂-Fußabdruck, Rezyklatanteile, Sorgfaltspflichten, Demontagehinweise - strukturiert nach DIN DKE SPEC 99100 statt in freien Textfeldern.

2
Massen-Serialisierung

Ein Pass pro Einheit, nicht pro Modell: Aus einem Modell-Template müssen tausende Pässe mit eindeutiger Kennung (ISO/IEC 15459) entstehen - per CSV-Import oder API, nicht von Hand.

3
GS1-Digital-Link-QR pro Einheit

Der QR-Code kodiert Produkt- und Seriennummer in der URL und muss druck- bzw. gravurfertig ausgegeben werden - dauerhaft auflösbar über den gesamten Lebenszyklus der Batterie.

4
Drei Zugriffsebenen

Öffentlichkeit, berechtigtes Interesse (Recycler, Second-Life-Betreiber) und Marktaufsicht sehen unterschiedliche Datensätze - die Software muss rollenbasiert trennen, was Art. 77 vorgibt.

5
Lieferanten-Datenanbindung

CO₂-Werte, Materialherkunft und Nachweise liegen bei Zulieferern. Eine gute Lösung sammelt sie per Self-Service-Link direkt ein - mit Erinnerungen und Audit-Trail statt Excel-Pingpong.

6
Dauerhaftes EU-Hosting

Der Pass muss auch nach Umnutzung oder Recycling erreichbar bleiben. Ein Link, der nach einem Website-Relaunch bricht, verletzt die Verordnung - stabiles Hosting ist Kernanforderung, kein Extra.

Welche Felder konkret in den Pass gehören, listet der Leitfaden Batteriepass-Daten auf - wie ein fertiger Pass aussieht, zeigt das Batteriepass-Beispiel.

03 · DPP

Digitaler Produktpass: der Batteriepass ist erst der Anfang

Der Batteriepass ist der erste gesetzlich verpflichtende digitale Produktpass (DPP) der EU. Die Ökodesign-Verordnung (ESPR, EU 2024/1781) weitet das Konzept schrittweise auf weitere Produktgruppen aus - wer heute eine Software für den digitalen Produktpass einführt, baut die Dateninfrastruktur auf, die in den kommenden Jahren zur Grundausstattung wird:

ProduktgruppeRechtsgrundlageDPP ab wann
Batterien (EV, LMT, Industrie > 2 kWh)Batterieverordnung 2023/1542Verbindlich ab 18.02.2027
Textilien & BekleidungESPR - delegierter RechtsaktErwartet ab ca. 2027/2028
Elektronik & IKTESPR - delegierter RechtsaktErwartet ab ca. 2028
Stahl & AluminiumESPR - delegierter RechtsaktErwartet ab ca. 2028
Möbel, Reifen, ChemikalienESPR - ArbeitsplanZeitplan offen

Blaupause für den DPP-Rollout

Datenmodell, Serialisierung, QR-Standard und Zugriffsebenen des Batteriepasses sind das Muster, an dem sich die kommenden Produktpässe orientieren. Die vollständige Einordnung liefert der Leitfaden Digitaler Produktpass (DPP).

04 · Auswahl

Batteriepass-Software auswählen: die 8-Punkte-Checkliste

Der Markt für Batteriepass- und DPP-Software wächst schnell - die Lösungen unterscheiden sich vor allem in Konformitätstiefe, Serialisierungs-Volumen und Datenhoheit. Diese acht Kriterien trennen belastbare Lösungen von Marketing-Demos:

KriteriumDarauf sollten Sie achten
Regulatorische KonformitätEU 2023/1542 (Art. 77, Anhang XIII) + DIN DKE SPEC 99100 explizit abgedeckt
Serialisierung & VolumenTausende Pässe pro Modell automatisch - Preis pro Pass bei Ihrem realen Volumen prüfen
QR-StandardGS1 Digital Link je Einheit, druck- und gravurfertig exportierbar
ZugriffskontrolleDrei Ebenen (öffentlich · berechtigtes Interesse · Behörden) rollenbasiert getrennt
Lieferanten-WorkflowSelf-Service-Formulare per Link, automatische Erinnerungen, Audit-Trail
Hosting & VerfügbarkeitEU-Hosting, dauerhaft auflösbare URLs über den Batterie-Lebenszyklus
SchnittstellenCSV-Import und API für ERP/PIM-Anbindung; Catena-X-Anschlussfähigkeit
Exit & DatenhoheitVollständiger Datenexport jederzeit möglich - kein Lock-in bei einem Anbieterwechsel

Eine Gegenüberstellung der Lösungswege - Eigenbau, Konzern-Plattform, spezialisierte Software - finden Sie auf der Vergleichsseite, die Pakete und Kosten auf der Preisseite.

05 · Umsetzung

Umsetzung in der Praxis: in vier Schritten startklar

Die Einführung einer Batteriepass-Software ist kein IT-Großprojekt - der kritische Pfad sind die Daten, nicht die Technik. So kommen Hersteller vom ersten Modell zur serienreifen Pass-Erzeugung:

1
Betroffenheit & Datenlücken klären

Welche Modelle sind pass-pflichtig, welche der ~90 Datenpunkte fehlen im Haus? Der Pflicht-Check beantwortet die erste Frage in 90 Sekunden.

2
Pilotmodell anlegen

Ein Modell komplett durchziehen: Pflichtfelder erfassen, Zertifikate verknüpfen, Lieferanten einladen. So zeigt sich früh, wo Daten klemmen.

3
Serialisierung testen

Seriennummern importieren, Pässe generieren, QR-Codes auf ein reales Etikett drucken und scannen - der Ende-zu-Ende-Test vor der Serie.

4
Auf den Katalog skalieren

Weitere Modelle anlegen, Import per CSV oder API automatisieren und die QR-Ausgabe in den Produktionsprozess einhängen - fertig vor dem Stichtag.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen Details zeigt der Leitfaden Batteriepass erstellen; wie Zulieferer ihre Daten beisteuern, die Seite für Zulieferer.

06 · FAQ

Häufige Fragen zu Batteriepass-Software & digitalem Produktpass

Was ist eine Batteriepass-Software?
Eine Batteriepass-Software erzeugt und hostet digitale Batteriepässe nach EU-Batterieverordnung 2023/1542: Sie verwaltet die rund 90 Pflichtdatenpunkte aus Anhang XIII pro Batteriemodell, serialisiert daraus einen Pass je produzierter Einheit, generiert den GS1-Digital-Link-QR-Code und stellt die Daten über drei getrennte Zugriffsebenen dauerhaft online bereit - für Öffentlichkeit, berechtigtes Interesse und Marktaufsicht.
Ab wann brauche ich eine Batteriepass-Software?
Die Batteriepass-Pflicht gilt ab dem 18. Februar 2027 für EV-, LMT- und Industriebatterien über 2 kWh. Wer ab dann in der EU verkaufen will, muss zum Inverkehrbringen einen konformen Pass ausliefern. Praktisch beginnt die Arbeit deutlich früher: Lieferkettendaten wie CO₂-Fußabdruck und Materialherkunft haben Monate Vorlauf - wer erst Ende 2026 startet, gerät unter Zeitdruck.
Ab wann ist der digitale Produktpass Pflicht?
Der digitale Produktpass (DPP) kommt gestaffelt. Den Anfang macht der Batteriepass ab dem 18. Februar 2027 - er ist der erste gesetzlich verpflichtende DPP der EU. Weitere Produktgruppen folgen über delegierte Rechtsakte der Ökodesign-Verordnung (ESPR, EU 2024/1781); erwartet werden zunächst Textilien, Elektronik/IKT, Stahl und Möbel ab etwa 2027/2028.
Für welche Produkte gilt der digitale Produktpass?
Verbindlich beschlossen ist er bisher für Batterien: EV-Batterien, LMT-Batterien (E-Bike, E-Scooter) und Industriebatterien über 2 kWh brauchen ab 18.02.2027 einen Batteriepass. Die ESPR sieht den DPP perspektivisch für fast alle physischen Produkte im EU-Markt vor - priorisiert werden Textilien, Elektronik, Stahl, Aluminium, Möbel, Reifen und Chemikalien. Lebensmittel, Futtermittel und Arzneimittel sind ausgenommen.
Kann ich den Batteriepass ohne Software erstellen?
Theoretisch ja, praktisch kaum: Die Verordnung verlangt einen Pass pro Einheit mit eindeutiger Kennung (ISO/IEC 15459), einen dauerhaft auflösbaren QR-Link über den gesamten Lebenszyklus und drei getrennte Zugriffsebenen. Eine Excel-Tabelle plus statischer QR-Generator erfüllt weder Serialisierung noch Zugriffskontrolle noch dauerhafte Verfügbarkeit. Eine Eigenentwicklung ist möglich, kostet aber typischerweise ein mehrmonatiges IT-Projekt plus laufenden Betrieb.
Was kostet eine Batteriepass-Software?
Die Spanne reicht von kostenlosen Einstiegspaketen bis zu Enterprise-Lizenzen im vier- bis fünfstelligen Jahresbereich. Bei Batteriepasswerk beginnt der Einstieg kostenlos (Pilot), bezahlte Pakete skalieren mit der Zahl der Modelle und serialisierten Pässe. Entscheidend ist der Preis pro Pass bei Ihrem realen Volumen - und ob EU-Hosting, QR-Erzeugung und Lieferanten-Anbindung im Preis enthalten sind.
Was ist der Unterschied zwischen Batteriepass und digitalem Produktpass?
Der digitale Produktpass (DPP) ist das übergreifende Konzept der EU für maschinenlesbare Produktdaten; der Batteriepass ist seine erste verpflichtende Umsetzung. Rechtsgrundlage des Batteriepasses ist die Batterieverordnung 2023/1542 (Art. 77), die DPPs weiterer Produktgruppen folgen aus der Ökodesign-Verordnung ESPR. Wer heute eine Batteriepass-Software einführt, baut damit die Datenprozesse auf, die später auch für weitere Produktpässe gebraucht werden.
07 · Quellen

Quellen & Weiterlesen

Batteriepass-Software - ohne IT-Projekt

Vom ersten Modell zu tausenden EU-konformen Batteriepässen - vor dem Stichtag 2027.

Batteriepasswerk ist die Batteriepass-Software für Hersteller: Anhang-XIII-Datenmodell, Lieferanten-Self-Service, Massen-Serialisierung und GS1-Digital-Link-QR pro Einheit - konform zu EU 2023/1542 und DIN DKE SPEC 99100, gehostet in der EU.